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Tolle Musik zum Fest der Auferstehung
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Dirigent Thomas Schwind studiert in der Schweiz, kommt aber alle 14 Tage zur Probe in die Eifel. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mehrere Musiker standen im Mittelpunkt des 57. Osterkonzertes beim Musikverein Bleibuir: Vorsitzender Frank Kolvenbach verabschiedet, Volksmusikerchef Günter Schramm ehrt Michael „Mike“ Kurth und Karl-Josef Meyer für 25jährige Orchestertreue –

 

 

Schramm: „Musikverein Bleibuir eine Werbung für Freizeitmusik und Ehrenamt“ – Dirigent Thomas Schwind studiert in der Schweiz, kommt aber alle 14 Tage zur Probe in die Eifel
 
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Tränen, eine Umarmung und einen Wappenteller zur Erinnerung bekam Frank Kolvenbach (rechts), der langjährige Vorsitzende des Musikvereins Bleibuir zu seiner Verabschiedung von seinem Neffen Daniel Linden. Beide spielen im Orchester auch weiterhin Tenorhorn. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress
Mit Frank Sinatras „My Way“ wurde der langjährige Vorsitzende Frank Kolvenbach, selbst aktiver Tenorhornist, von „seinem“ Musikverein Bleibuir verabschiedet. Dazu gab es einen Wappenteller vom Neffen und Tenorhornkollegen Daniel Linden, aber auch Tränen der Wehmut. Nach dem rührenden Ständchen kehrte der langjährige Vereinschef aufs Podest in die Reihen der Musiker zurück und bestritt mit ihnen weiter ein gutes, ein gelungenes, ein furioses Osterkonzert 2011.
 
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Hörner und Drums, eine Teilansicht des Bleibuirer Blasorchesters während seines 57. Osterkonzertes. Die Tradition dieser minutiös einstudierten Heimspiele wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen und nie unterbrochen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Es war das 57. seiner Art, das der 1920 gegründete Musikverein Bleibuir seit dem Zweiten Weltkrieg aufführte, als diese Tradition begründet wurde. Austragungsort war einmal mehr die Jugendhalle im benachbarten Bergbuir.

 „Der Musikverein Bleibuir ist einer der wichtigsten Kulturträger für die Bleibuirer Gegend und weit darüber hinaus“, konstatierte Günter Schramm, der Vorsitzende des Volksmusikerbundes im Kreis Euskirchen. Schramm brach eine Lanze für die Freizeitmusik als Leidenschaft und Hobby – und er warb dafür, dass sich die Leute allgemein wieder mehr ehrenamtlich engagieren sollen.

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Andrea Linden (links) und Patricia Esser führten gekonnt durch die musikalische Weltreise, die der Musikverein Bleibuir am Ostersonntagabend mit seinen Osterkonzertbesuchern in der Bergbuirer Jugendhalle unternahm. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

 

Eben wie Frank Kolvenbach oder Dirigent Thomas Schwind, der vom Musikstudium in der Schweiz alle 14 Tage den Weg zur Probe in die Alte Schule von Bleibuir findet.

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  Oder aber wie alle die anderen knapp 40 Musikerinnen und Musiker des an Durchschnittsalter jungen Bleibuirer Blasorchesters. Stellvertretend wurden der Posaunist Michael „Mike“ Kurth und Tubist Karl-Josef Meyer von Schramm ausgezeichnet, die bereits seit 25 Jahren im Musikverein mitspielen.

 

 

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Teilansicht in die Instrumentalgruppen der Saxophone und Tuben hinein. Foto: ml/pp

 

Namentlich erwähnt wurden aber auch all die Instrumentalisten, die beim Osterkonzert 2011 ihre Premiere vor dem über 200-köpfigen Publikum in der proppenvoll besetzten Bergbuirer Jugendhalle hatten: Das waren Brinja Bloch (Klarinette), Stephanie Stoff und Juliane Huppertz (beide Alt-Saxophon), Andreas Kolvenbach und Jens  Bemmerl (beide Trompete), Judith Klink (Drums), Marc Kolvenbach (Tenorhorn) und Stefan Bitzer (Posaune), Isabell Klink und Christian Meyer (beide Tenor-Saxophon).

 

Alexander Inden aus Floisdorf ist bereits ein erfahrener Schlagzeuger und half erstmals bei den Bleibuirern aus, weil Chef-Drummer Andreas „Jesus“ Hermes Familie gründete und Haus baute und deshalb beim Proben kürzer treten musste. Inden ertrommelte sich gemeinsam mit Hermes und Judith Klink viel Applaus. Den gab es auch für die beiden Flötenklassen von Patricia Esser (Fenja Bloch und Selina Schmitz) und Volker Zahrt (Merielle Hoffmann, Swenja Röhr und Lena Rohrbach). Zahrt ist langjähriger Dirigent des Musikvereins Bleibuir – und tritt jetzt kürzer, um Beruf und Familie mehr Platz zu geben. 

 

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Der begnadete Klarinettist Thomas Schwind aus Mechernich vollführte einen furiosen Klarinetten-Tanz unter dem Titel
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Das gut 200köpfige Publikum in der vollbesetzten Bergbuirer Jugendhalle kam während des 57. Osterkonzertes des Musikvereins Bleibuir auf seine Kosten. Foto: ml/pp/Agentur ProfiPress

 

 

 Das durch die Bank junge, aber qualitativ hochwertige Orchester nahm  seine Zuhörer mit auf eine musikalische Reise um die Welt. Die Moderation und Überleitung zwischen den einzelnen Stationen übernahmen Patricia Esser und Andrea Linden. Ihr Bruder Daniel Linden moderierte die Ehrungen und die Verabschiedung des Vorsitzenden. Er begrüßte auch die zahlreichen Ehrengäste, darunter die Ex-Musikvereinsvorsitzenden Josef Schick und Matthias Schorn sowie Hermann Heinen, das älteste ehedem aktive Ehrenmitglied des Bleibuirer Blasorchesters.Musikalisch hatte Thomas Schwind die Truppe nicht immer voll im Griff. Denn der begnadete Klarinettist aus Mechernich übergab bei einem Stück nahezu scheinheilig den Dirigentenstab an Guido Esser, um sich seinerseits als Bläser in die Reihen der Klarinetten zurückzuziehen. Von dort intonierte er aber dann unter dem Titel „Czardas“ ein getragen beginnendes, aber dann derart furioses Klarinetten-Feuerwerk, dass die Leute erst aus dem Staunen und dann aus dem Applaudieren nicht mehr herauskamen.

 

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Fenja Bloch (l.) und Selina Schmitz aus Patricia Essers Blockflötenklasse. Der Musikverein Bleibuir betreibt seine eigene Musikschule und erzieht seine zukünftigen Instrumentalisten von jung auf musikalisch. Neben dieser kulturellen bestreitet der Verein auch eine sozialpolitische Dienstleistung an der Gesellschaft, die durch öffentliche Vereinszuschüsse nur unzureichend wiedergutgemacht werden kann. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

 

 

 Überhaupt kamen während des 57. Osterkonzertes alle Instrumentengruppen und viele Solisten immer wieder besonders zur Geltung. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass der Musikverein Bleibuir das ist, was ein modernes Land- und Laienorchester sein soll: Ein Ensemble, bei dem die gute Beziehung untereinander und der Spaß im Vordergrund stehen, das aber durchaus ambitioniert ist und vorgeht, was die musikalische Qualität angeht.

 

Michael Jackson, dem „King of Pop“, war ein Medley gewidmet. 

 

 Es gab traditionelle Märsche und Polken, aber nicht sehr viele. Es überwogen moderne Pop- und Filmtitel, darunter die Serienmusik des „A-Team“. Spannend war auch ein Russland-Medley mit der Nationalhymne als variationsreiches Hauptthema. „Lady Gaga“ war musikalisch im Repertoire ebenso vertreten wie die „Gablonzer Perlen“, der Londoner  Queenspark, ja selbst Gorbatschows „Glasnost“-Politik musste als Titelgeberin für ein Potpourri herhalten.

 

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Links die ersten Trompeten, rechts Tenorhornist Marc Kolvenbach
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Die ersten Trompeter (von rechts), hier die Neulinge Andreas Kolvenbach und Jens Bemmerl, daneben Erich Schüer und Theo Schoddel.

 


Thomas Schwinds Truppe spielte nahezu patzerfrei und ziemlich unverkrampft. Ovationen und Zugabeforderungen waren den größtenteils jungen Musikern sicher – und sie waren auch verdient. Weiter so! 

pp/Agentur ProfiPress      (26.4.2011)