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Walzer, Jazz und Menuett

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Thomas Schwindt (rechts) dirigierte das Ensemble im Wechsel mit Volker Zart,.

Hier spielt die Musik: Zehntes Osterkonzert in der Bergbuirer Jugendhalle stieß erneut in die Grenzbereiche der traditionellen Blasmusik vor

 

 

Das 53. Osterkonzert des Musikvereins Bleibuir begann diesmal eher nostalgisch mit dem Deutschmeister Regimentsmarsch. Und zumindest der ältere Teil des Publikums in der voll besetzten Bergbuirer Jugendhalle kannte auch den Text noch und sang verhalten mit: „Mir san vom K- und K- Infantrie-Regiment“.

 

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Musikvereinsvorsitzender Frank Kolvenbach begrüßt sein Publikum zu Beginn des Konzertes.

 

 

 

Doch auch die Angehörigen mittlerer und jüngerer Jahrgänge mussten am Ostersonntagabend nicht darben. 

Das junge Orchester unter dem Vorsitz von Frank Kolvenbach und der Dirigentschaft von Volker Zart und Thomas Schwindt hatte ein Repertoire mit nach Bergbuir gebracht, das von der traditionellen Blasmusik bis zum Rock reicht. 

Dass das nicht ausschließlich mit dem hergebrachten Instrumentarium eines Eifeler Dorfmusikvereins hinzubekommen ist, liegt auf der Hand. 

Deshalb gehören auch der vom Vorsitzenden Frank Kolvenbach bediente E-Bass und die von Michael Käppeler schlagfertig bearbeiteten Bongotrommeln bereits seit Jahren zum gewohnten Klangteppich. 
Und Drummer Andreas Hermes wirbelt bei den fetzigeren Nummern so gekonnt mit Stöcken und Jazzbesen in einer ganzen Landschaft von Trommeln, Toms und  Becken herum, dass es eine Freude ist.

 

 

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Volles Haus auch beim zehnten Osterkonzert in der Jugendhalle Bergbuir:

Zusammen mit den vortrefflichen Klarinettisten, Flötisten und Saxophonisten sowie den in der Hauptsache mit Posaunen, Trompeten, Tenorhörnern und Tuben besetzten Blechbläser-Gruppierungen intonierten sie abwechselnd traditionelle Klänge und modernere Weisen.
Filmmusiken aus den Kinostreifen „Mission Impossible“ oder „Saturday Night Fever“ gehörten ebenso dazu wie jazzige Evergreens, Märsche, Polken, Walzer und Rocknummern.

Am Dirigentenpult lösten sich Volker Zart, der eigentliche musikalische „Boss“ des knapp 40-köpfigen Orchesters, und der angehende Profimusiker Thomas Schwindt wechselseitig ab. 

Schwindt trat auch des Öfteren als Solist in Aktion, etwa mit Saxophonist Michael Käppeler und der Klarinetten-Kollegin Patricia Esser. Guido Esser blies das Trompetensolo in Jennifer Rushs „Power of Love“.

Auch wenn weiter oben die Männlichkeitsform der musikalischen Stimmen gewählt wurde, so haben doch auch die Frauen im Musikverein die Hosen an, vor allem Flötistinnen und Klarinettistinnen.

 

 

 

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Nicole Hoß war eine der Musikerinnen, die gemeinsam durch das abwechslungsreiche Programm führten

Die Moderation, für die sonst Michael Kurth verantwortlich gezeichnet hatte, teilten erstmals mehrere Ensemblemitglieder unter sich auf, unter anderem ziemlich locker und beschwingt Nicole Hoß, Daniel Linden und Chris Aschoff. Mit der Fülle der Informationen, die sie und ihre Co-Moderatoren dabei an die geneigte Zuhörerschaft weitergaben, waren vermutlich die meisten überfordert – den 
Rezensenten eingeschlossen. Aber die gesprochenen Überleitungen zwischen den Stücken dienen natürlich nicht nur der kulturellen Wissensvermittlung, sondern auch der Erholung der Musikanten.

 

 

 

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Volker Zart, der Dirigent des Musikvereins Bleibuir

Zwischendurch gehörte die Bühne Andrea Linden und ihrer Flötenschülerin Kelly Anders, die brillant ein barockes Menuett und einen Ohrwurm der Beatles zum Besten gaben. Kräftiger Applaus war ihr Lohn. 

Das Gesamtorchester wurde vom Publikum erst nach mehreren Zugaben von der Bühne gelassen. Und da zeigte die Uhr schon 22.30 Uhr.

Das 53. Osterkonzert des Musikvereins Bleibuir war nunmehr schon das zehnte, das in der Jugendhalle Bergbuir stattfand. 

Am Ehrentisch hatte neben dem Bergbuirer Ortsvorsteher Paul Beul auch der ebenfalls aus Bergbuir stammende Ex-Musikvereinsvorsitzende Matthias Schorn Platz genommen, ebenso der frühere Musikvereinsvorsitzende Josef Schick. 


Besonders herzlich willkommen geheißen wurde auch Karl-Heinz Undorf, der normalerweise in der Gruppe der Klarinettisten zu finden ist, dieses Jahr aber nach einem langen Krankenhausaufenthalt im Publikum saß.


 

Wir danken 
Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
für die wirklich tollen Fotos!