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"Queen in concert" und Wassermusik

Der Musikverein Bleibuir stieß bei seinem 52. Osterkonzert vor ausverkauftem Haus in die Grenzbereiche der traditionellen Blasmusik vor

 

Bergbuir/Bleibuir – Die Jugendhalle Bergbuir war proppenvoll besetzt, als der Musikverein Bleibuir am Ostersonntagabend zu seinem traditionellen Osterkonzert aufspielte. Es war bereits das 52. Gastspiel seiner Art in Folge. Die Fangemeinde ist groß – und treu, wie sich jedes Jahr aufs Neue zeigt.


 

Aber das Repertoire, das das junge von Volker Zart geführte Orchester den Leuten darbot, war keineswegs nur „traditionell“. Mit einer auf Blechbläser umarrangierten Suite aus Händels Wassermusik, einem Swing-Medley mit Glenn-Miller-Titeln und rockigen Nummern aus dem Repertoire der Kultband „Queen“ wagte sich das 42 Musiker umfassende Ensemble in die Grenzbereiche der Blasmusik vor.

Das tat die Zart-Truppe aber so brillant, das auch Mechernichs Vize-Bürgermeister Robert Ohlerth bereits nach der Pause resümierte: „Ich bin Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick richtig dankbar, dass er heute Abend verhindert ist. Sonst wäre ich nicht in den Genuss eines so wunderbaren Musikabends gekommen.“

Ohlerth war im Übrigen nicht mit leeren Händen gekommen, sondern überreichte dem Musikverein Bleibuir im Namen von Bürgermeister Schick einen Umschlag mit einem Obolus für die von Robert Ohlerth ausdrücklich gelobte Jugendarbeit des Musikvereins Bleibuir. Mit Vize-Bürgermeister Ohlerth am Ehrentisch hatten auch die ehemaligen Musikvereinsvorsitzenden Josef Schick und Matthias Schorn sowie Bergbuirs Ortsvorsteher und Ex-Ratsherr Paul Beul Platz genommen. 

Aktueller Vorsitzender des Vereins, der im vergangenen Jahr sein 85-jähriges Bestehen feierte, ist Frank Kolvenbach. Er zeichnete während des  Osterkonzerts mit Professor Dr. Ulrich Mehler einen seiner Vorgänger für 25-jährige Mitgliedschaft aus. Gleichzeitig wurde Mehler zum Ehrenmitglied des Musikvereins Bleibuir ernannt.
Durch das wechslungsreiche Konzert führte Michael Kurth. Er präsentierte dem im Auditorium stark vertretenen „Mittelalter“ auch Oldies wie Michael Holms „Mendocino“, ein Potpourri mit den schönsten Hits von Bryan Adams (unter anderem „All for Love“ und „I do it for you“) oder eben das bereits erwähnte Queen-Medley unter anderem mit „We are the Champions“ und „We will rock you“. Stimmung kam in der ausverkauften Jugendhalle auch bei der Darbietung der Musiker ihres „Latin Gold“ auf. Mit Stücken wie „Tequila“ und „La Bamba“ entführten sie ihr Publikum in mittel- und südamerikanische Gefilde. Als Zugabe wurde unter anderem „Hey Jude“ von den Beatles gespielt. 

Dass sich die Bleibuirer Musiker in Sachen Nachwuchs wenig Sorgen machen müssen, stellten am Sonntagabend nicht nur die Flötenkinder Sarah Kolvenbach, Samira Geller, Felix Lang, Soraja Engel und Kelly Anders sowie Natalie Vossel eindrucksvoll auf ihren Blockflöten unter Beweis. Denn auch im Rund des Blasorchesters waren auffallend viele junge Gesichter zu sehen. Während die jüngste Akteurin gerade mal zwölf Jahre alt war, zählt der älteste Musiker, der Lückerather Ortsvorsteher und Mechernicher Ratsherr Theo Schoddel, mittlerweile  63 Lenze. Schoddel spielt bereits  seit 50 Jahren Trompete im Verein.

Michael Diefenbach vom Musikverein Sistig ersetzte kurzfristig einen  von drei erkrankten Musikern des Bleibuirer Ensembles. Ihm galt der  Sonderapplaus des Publikums ebenso wie dem Bassisten Karl-Josef Petter, der trotz gebrochener Rippe mitspielte. Petter hatte sich den Rippenbruch ganz frisch in der voran gegangenen Osternacht beim „Baiern“ im Turm der Bleibuirer Pfarrkirche St. Agnes zugezogen.

pp/Agentur ProfiPress